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Zur Philosophie und Geschichte Theil 5 (1820) Ideen ; 3
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Ideen zur Philosophie

späte Bewohner zu sich locken konnten. In diesemhohen, zerschnittenen, steil abhängigen Lande, derSteppen - und Berg - Region unsrer alten Welt,mußten also lange Zeit, und in manchen Strichenvielleicht immer, Sarmaten und Scpthen, Mongo-len und Tatern, halbwilde Jäger und Nomadenwohnen. Das Bedürfniß und die Gegend machte dieMenschen barbarisch: eine einmal gewohnte gedan-kenlose Lebensart befestigte sich in den abgetrcnntenoder umhccziehenden Stammen und bildete Keyroheren Sitten jenen beynah ewigen National-Cha-rakter, ,der alle Nord-Asiatischen Stämme von densüdlichen Völkern so ganz unterscheidet. Wie diesermittlere Gebirgsstrich eine fortdauernde Arche Noah,ein lebendiger Thiergarten fast aller wilden Gattun-gen unsres Hemisphärs ist : so mußten seine An-

wohner auch lange die Mitgenosscn dieser Thicre,ihre milden Hirten oder ihre wilden Bezähmerbleiben.

Nur wo sich Südwärts Asien sanfter hinabsenkt,wo die Gcbirgkettcn mildere Thaler umschließen, undsie vor den kalten Nordostwindcn sichern; hier wars,wo insonderheit Ströme die herabziehendcn Eo-lonien allmählich bis zum Ufer des Meers leiteten,sie in Städte und Länder sammelten und ein leich-teres Klima auch feinere Gedanken und Anordnun-gen weckte. Zugleich schoß, da die Natur dem Men-schen mehr Muße gab, und mehrere seiner Trieb»angenehm rechte, sein Herz in Leidenschaften undUnarten aus, die, unter dem nordischen Druck desEises und der Noch, sich nicht in so fröhlichem Un-kraut zeigen konnten; mithin wurden mehrere Ge-setze und Anstalten zu Einschränkung dieser Triebe