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Zur Philosophie und Geschichte Theil 4 (1820) Ideen ; 2
Entstehung
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iZ2 Ideen zur Philosophie

ihnen vergleichen konnten: so wäre die Quelle deSBetruges und Irrthums, wo nicht verstopft, sodoch wenigstens bald erkennbar. Nun aber sind diemeisten Phantasiecn der Völker Töchter des Ohrsund der Erzählung. Neugierig horchte das unwis-sende Kind den Sagen, die wie Milch der Mutter,wie ein festlicher Wein des väterlichen Geschlechtsin seine Seele flössen und sie nährten. Sie schie-nen ihm, was es sah, zu erklären: dem Jünglingegaben sie Bericht von der Lebensart seines Stam-mes und von seiner Vater Ehre: sie wcihcten denMann national und klimatisch in seinem Beruf ein,und so wurden sie auch untrennbar von seinem gan-zen Leben. Der Grönländer und Tungusc sicht Le-benslang nun wirklich, was er in seiner Kindheiteigentlich nur reden hörte, und so glaubt ers alseine gesehene Wahrheit. Daher die schreckhaftenGebräuche so vieler, der entferntsten Völker beyMond- und Sonnenfinsternissen; daher ihr fürchtcr.sicher Glaube an die Geister der Luft, des Meers,und aller Elemente. Wo irgend Bewegung in derNatur ist, wo eine Sache zu leben scheint und sichverändert, ohne daß das Auge die Gesetze der Ver-änderung wahrnimmt: da höret das Ohr Stimmenund Rede, die ihm das Räthscl des Gesehenendurchs Nichtgeschene erklären: die Einbildungskraftwird gespannt und auf ihre Weise d. i. durch Ein-bildungen befriedigt. Ueberhaupt ist das Ohr derfurchtsamste, der scheueste aller Sinne; cs empfindetlebhaft aber nur dunkel: es kann nicht Zusammen-

halten , nicht bis zur Klarheit vergleichen: denn sei-ne Gegenstände gehn im betäubenden Strom vorü-ber. Bestimmt, die Seele zu wecken, kann es,