Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 4 (1820) Ideen ; 2
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

6» Ideen zur Philosophie

gen, eine dünne, noch der Oberlippe gekrümmteNase, rin breites Gesicht, große Obren, wohlgc-machte Schenkel, kleine Füße, eine untersetzte Ge-stalt; und diese Züge gehen über Mexico lsinüber.Pinto setzt hinzu, daß die Nase etwas flach, daSGesicht rund, die Augen schwarz oder kastanien-braun , klein, aber scharf, und die Ohren vom Ge-sichte sehr entfernt fern; *) welches sich ebenfallsin Abbildungen sehr entlegner Volker zeiget. DieseHaupt-Plwsioguomie, die sich nach Zonen und Völ-kern im Feinern verändert , scheint, wie ein Fami-lienzug , auch in den verschiedensten noch kennbar,und weiset allerdings auf einen ziemlich einförmigenUrsprung. Waren Völker aus allen Weltthcilen, zusehr verschiedenen Zeiten, nach Amerika gekommen;mochten sic sich vermischen oder unvermischt bleiben,so hatte die Diversität der Menschengatkung aller-dings größer seiin müssen. Blaue Augen und blon-de Haare findet man im ganzen Welttheile nicht:die blauäugigen Ccsaren in Chili und die Akansasin Florida sind in der neuern Zeit verschwunden.

Drittens. Soll man nach dieser Gestalt einengewissen Haupt- und Mittlern Charakter der Ameri-kaner anqebcn: so scheints Gutherzigkeit und kind-liche Unschuld zu seyn, die auch ihre alten Einrich-tungen , ihre Geschicklichkeiten und wenigen Künste,am meisten ihr erstes Betragen gegen die Europäer,beweisen. Aus einem barbarischen Lande entsprossenund ununterstützt von irgend einer Bephülfe der

*) Eben das. S. 53/,