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die Bibel unter dem Arm, und ihr Antlitz, über welchem gewöhn-lich ein Schatten sanfter Schwermnth lag, schien jetzt traurig undniedergeschlagen. Wildtödter trat ihr näher und sprach zu ihr.
„Arme Hetty," sagte er, „in dieser letzten Zeit ist es so un-ruhig zugegangcn, daß ich Euch ganz vergessen hatte; wir treffenuns jetzt gleichsam, um zu trauern über das, was kommen wird.Ich bin verlangend zu wissen, was ans Chingachgook und Wah!geworden ist!"
„Warum habt Ihr den Hnronen getödtct, Wildtödter?" ver-setzte das Mädchen in vorwnrfsvvllcm Tone. „Kennt Ihr Eurezehn Gebote nicht, welche sagen: du sollst nicht tödten? Siesagen mir, Ihr habet jetzt des Weibes Gatten und Bruder er-schlagen ?"
„Es ist wahr, meine gute Hetty, — cs ist wahr wie dasEvangelium, und ich will nicht längnen, was geschehen ist. AberIhr müßt bedenken, Mädchen, daß Manches erlaubt ist im Krieg,was unerlaubt wäre im Frieden. Der Gatte ward erschossen inoffenem Kampfe, oder offen, so weit es mich betras, während ereinen ungewöhnlich guten Schutz und Versteck halte; — und derBruder zog sich selbst seinen Tod zu, indem er seinen Tomahawknach einem unbewaffneten Gefangenen warf. Seid Ihr Zeuginder That gewesen, Mädchen?"
»Ich sah sie, und cs that mir leid, daß sie vorfiel, Wild-tödtcr; denn ich hoffte, Ihr würdet nicht Schlag mit Schlag,sondern Böses mit Gutem vergelten."
„Ach, Hetty, das mag angehen unter den Missionären, aberin den Wäldern würde das ein unsicheres Lebe» machen. DerPanther gelüstete nach meinem Blut, und war thöricht genug, mirWaffen in die Hände zn geben, in dem Augenblick, wo er darnachtrachtete. Es wäre gegen die Natur gewesen, bei einer solchenVersuchung nicht eine Hand zn erheben, und cs hätte meiner Er-ziehung und meinen Gaben Unehre gebracht. Nein, nein; ich binDer Wildtödter. 4g