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Wildtvdter allein in dem Canoe sich befand. Aber sein Herankommenwar so still und gemächlich, das; sie sich darüber wundern mußte,da ein Mann, dem es gelungen, seinen Feinden durch List oderGewalt zu entfliehen, schwerlich im Stand sein könnte, mit derStetigkeit und Bcdächtlichkeit sich zu bewegen, womit sein Ruderdas Wasser dnrchschnitt. Mittlerweile neigte sich der Tag stark,zum Ende, und man sah die Gegenstände an den Küsten nur nochdämmernd. Ans der Breite des See's jedoch weilte noch das Licht,und gerade unmittelbar um die Scene der gegenwärtigen Ereignisseher, die weniger beschattet war, als die meisten Gegenden desSee's, in dessen größter Breite sie lag, goß cs einen Schimmeraus, der eine schwache Aehnlichkeit hatte mit den warmen Tinteneines italienischen oder griechischen Sonnennntergangs. Die Stämmeder Hütte und der Arche bekamen eine Art Purpurfarbe, vermischtmit der wachsenden Dunkelheit, und die Rinde an des JägersBoot verlor ihre schärfere Deutlichkeit in reicheren aber weicherenFarben, als die sie beim Hellen Sonnenglanz gezeigt hatte. Alsdie beiden Canoe's sich einander näherten — denn Judith und ihreSchwester hatten sich mit ihren Ruderschaufeln so gerührt, daß siedem unerwarteten Besuch begegneten, noch ehe er die Arche erreichte— da hatte selbst Wildtödters sonnverbranntes Gesicht ein glänzen-deres Aussehen als gewöhnlich, unter den liebliche» Tinten, die inder Atmosphäre zu tanzen schienen. Judith bildete sich ein, dieFreude, sie wieder zn sehen, habe einigen Antheil an diesem unge-wohnten, einnehmenden Ausdruck. Sie wußte nicht, daß ihre eigneSchönheit in Folge derselben natürlichen Ursache sich noch vortheil-hafter als gewöhnlich darstellte; auch wußte sie nicht, was znwissen ihr eine so große Freude gemacht hätte, daß wirklich Ver-jünge Mann sie, als sie ihm näher kam, für die anmuthigste Krea-tur ihres Geschlechtes hielt, die seine Angen je gesehen.
„Willkommen — willkommen, Wildtödter!" rief das Mädchen,als die Canoe's an einander heranschwammen, nachdem die Ruderer