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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
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Eigenschaft als die Aufrichtigkeit gewährt, weil seine Worte gera-dezu an's Herz dringen, nnd ihre Unterstützung im Verstände finden.So war cs bei Wildtödter nnd Judith; so bald nnd so tief erfülltedieser einfache Jäger Alle, die ihn kannten, mit der Ueberzcugnngvon seiner nnbengsamen Redlichkeit, das; Alles, was er lobendäußerte, ebenso gewiß Freude machte, als Alles, was er tadelndnnd als Vorwurf äußerte, gewiß da tief einschneiden nnd Feindschafterwecken mußte, wo sein Charakter nicht schon Achtung und Nei-gung ihm gewonnen hatte, die seinen Tadel in anderem Sinneschmerzhaft und empfindlich machten. Im späten; Leben, als dieLaufbahn dieses ungebildeten und nnverkünstelten Menschen ihn inBerührung brachte mit Offizieren von hohem Rang, nnd Andern,die mit der Sorge für die Interessen des Staats betraut waren,übte er denselben Einfluß aus einem weiteren Feld; selbst Generalehörten seine Lobsprüche mit einem Anflug von hoher Freude, welchein ihnen hcrvorznrnfen nicht immer in der Macht ihrer officicllenObern stand. Vielleicht war Judith das erste Individuum vonseiner Farbe, das sich diesen natürliche» Folgen der Wahrheitsliebennd Geradheit von Seiten Wildtödtcrs entschieden unterwarf. Sichatte wirklich nach seinem Lobe geschmachtet, und jetzt hatte siees geerntet, und das in der Form, wie es ihrer Schwäche nndihrer Denkungsart am angenehmsten war. Das Ergcbniß davonwird sich im Laufe dieser Erzählung zeigen.

Wenn wir wüßten, was Alles dieser Schrank enthält, Wild-tvdters" versetzte das Mädchen, als sie sich ein wenig erholt hattevon der augenblicklichen Wirkung seiner Lobsprüche ans ihre per-sönliche Erscheinung,könnten wir besser entscheiden, welchesVerfahren wir einschlagen sollen."

Das ist nicht ohne Grund, Mädchen, obgleich es mehr eineBleichgesichts- als eine Rothhauts-Gabe ist, anderer Leute Ge-heimnisse zu durchspähen "

Neugier ist natürlich, und es läßt sich erwarten, daß alle