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Zehntes Kapitel.
„Aber Wer in diesem wilden WaldMag Glauben schenken seinem Aug' und Ohr,
Wo von dem Felsabhang, aus hohler SchluchtEin wirr' und bunt' Getön von dürrem Laub,
Von Zweigeknistern und NachtvögelkrächzenAntwort zu geben scheint!"
Johanna Baillie.
Furcht ebensosehr als Berechnung hatte Hetty veranlaßt, dasRudern einznstellen, als sie entdeckte, daß ihre Verfolger nicht wuß-ten, in welcher Richtung sie weiter steuern sollten. Sie bliebruhig, bis die Arche in die Nahe des Lagers sich gewendet hatte,wie im vorigen Kapitel erzählt worden; da ergriff sic wieder dasRuder, und mit vorsichtigen Schlägen strebte sie der westlichenKüste zu. Um jedoch ihren Verfolgern ansznweichen, die, wie sierichtig vermnthete, bald auch diese Küste entlang rudern würden,richtete sie das Vordertheil ihres Canoe's so weit nördlich, daßsie an's Land kam an einem vorspringenden Punkt, welcher etwaeine Stunde von der Ausströmung entfernt, in dem See anslief.Auch war dies; nicht ganz nur das Ergebnis; ihres Wunsches, zuentkommen; denn Hetty Hutter, so schwachsinnig sie war, besaßdoch nicht wenig von jener instinktartigcn Vorsicht, welche oft dievon Gott so Hcimgesnchten vor Unheil bewahrt. Sie erkanntevollkommen, wie wichtig es sei, die Canoe's nicht in die Händeder Irokesen fallen zu lassen; und lange, vertraute Bekanntschaftmit dem See hatte ihr eines der einfachsten Ansknnftsmittel andie Hand gegeben, wodurch dieser wichtige Augenmerk mit ihremeigenen Plane in Einklang gebracht wurde.
Der fragliche Punkt war der erste Landvorsprnng auf dieser -Seite des See's, wo ein Canoe, wenn man es bei Südwind fort-treiben ließ, vom Lande wegschwimmen mußte, und sogar, wieman ohne große Verletzung der Wahrscheinlichkeit annehmen durfte,das Kastell erreichen konnte, denn dieses lag über ihm, beinahe