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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
104
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wie cs schien, die Honneurs des Fahrzeugs zu machen gegenübereinem Fremden, der sich dem Dienst ihrer Familie widmete. DasSternenlicht war hell genug, um die Gegenstände in der Nähedeutlich unterscheiden zu lassen; und die glänzenden Augen desMädchens hatten einen Ausdruck von Freundlichkeit, als sie denendes Jünglings begegneten, welchen dieser leicht wahrznnehmenvermochte. Ihr reiches Haar beschattete ihr lebhaftes und dochsanftes Gesicht, und erhöhte dadurch selbst in dieser Stunde dessenSchönheit; wie die Rose am lieblichsten ist, wenn sie zwischenden Schatten und Kontrasten ihres eigenen Laubes ruht. Bei demVerkehr der Wälder herrscht wenig Förmlichkeit; und Judith hattesich in Folge der Bewunderung, welche sie so allgemein erregte,eine Zuversicht und Bequemlichkeit des Benehmens erworben, die,wenn sie auch nicht bis zur Keckheit ging, doch in keiner Weiseihren Reizen die Znthat jener scheuen, zurückhaltenden Sittsamkeitverlieh, welche von Dichtern so gepriesen wird.

Ich glaubte, ich' müßte vor Lachen sterben, Wildtödter," be-gann die Schöne plötzlich, aber in koketter Art,als ich de»Indianer so in den Fluß tauchen sah! Es war dazu ein ganzhübschanssehender Wilder," das Mädchen hob immer körperlicheSchönheit als eine Art von Verdienst hervor,und doch konnteman nicht verweilen, um zu sehen, ob seine Bemalung im Wasserdie Farbe halte."

Und ich glaubte, sie würden Euch tödten mit ihren Waffen,Judith," versetzte Wildtödter;es war ein arges Wagestück fürein Weib, sich so einem Dutzend Mingo's ansznsetzen."

Bewog Euch das, ans der Kajüte hervorzueilen, trotz ihrenBüchsen?" fragte das Mädchen, mit mehr wirklichem Interesse,als sie vielleicht zu verrathen wünschte, obwohl mit einem gleich-gültigen Wesen, welches die Frucht von vieler Uebnng, verbundenmit natürlicher Geistesgewandtheit war.