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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
66
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langer, ohne eine tiefere und bleibende Theitnahme für das Mäd-chen zu fühlen. Sie hatte für gewöhnlich keine Farbe, auch warihr einfacher Geist nicht im Stande, Bilder anfznrnfen, die ihreWange hätten auflcuchten machen; aber ste behauptete eine ihr soangeborne Sittsamkeit, daß sie dadurch beinahe zu der arglosenReinheit eines für menschliche Schwächen unzugänglichen Gcmütheserhoben wurde. Harmlos, unschuldig, ohne Mißtrauen, sowohlvon Natur als vermöge ihrer Lebensweise, hatte die Vorsehungsie dennoch gegen Anfechtungen beschirmt durch eine Art von sitt-lichem Heiligenschein,den Wind zu sänftigen dem geschorenenLamme", wie das Sprichwort sagt.

Ihr seid Hetty Hutter," sagte Wildtödter, in der Art, wieman sich selbst unbewußt eine Frage macht, und zwar mit einersanften Güte in Ton und Wesen, die ganz geeignet war, ihm dasVertrauen der so Angeredeten zu gewinnenHnrry Harry hatmir von Euch gesagt, »nd ich weiß, Ihr müßt das Kind sein."

Ja, ich bin Hetty Hutter," versetzte das Mädchen mit leiser,süßer Stimme, welche durch die Natur und einige dazu gekom-mene Erziehung vor Gemeinheit des Tons und des Ausdrucks be-wahrt geblieben war;ich bin Hetty, der Judith Hutter Schwe-ster und Thomas Hutters jüngste Tochter."

Sv weiß ich denn Eure Geschichte, denn Hnrry Harry plau-dert tüchtig, und er geht frei heraus mit seinen Reden, wenn erans andrer Leute Angelegenheiten zu sprechen kommt. Ihr bringtden größten Theil Eures Lebens ans dem See zu, Hetty?"

Ja wohl, Mutter ist todt; Vater ist ans auf's Fallenstellen,und Judith und ich bleibe» zu Hause. Wie ist Euer Name?"

Das ist eine Frage, die sich leichter thnn als beantwortenläßt, junges Weib; in Betracht, daß ich noch so jung bin, unddoch schon mehr Namen getragen habe, als manche der größtenHäuptlinge in ganz Amerika."

Aber Ihr habt doch einen Namen? Ihr werft doch nicht