18
in einem Tone, der nicht einmal zn dem künstlichen Mittel einererhöhten, lauter» Stimme griff, nm wenigstens die Entschlossen-heit der Seele knnd zn geben.
„Ihr könnt mich schütteln, Hnrry, bis Ihr den Berg einfal-le» macht," sagte er ruhig, „aber Nichts als die Wahrheit wer-det Ihr aus mir heraus schütteln. Wahrscheinlich hat JudithHutter keinen Gatte» znm Erschlagen, und Ihr keinen Anlaß,einem anszupassen, sonst würde ich ihm von Eurer Drohung sagenin der ersten Unterredung, die ich mit dem Mädchen habe."
March ließ seine Hände los, und saß da, den Andern mitschweigendem Staunen betrachtend.
„Ich dachte, wir seien Freunde," sagte er endlich, „aber Ihrhabt das letzte Geheimnis; von mir gehört, das in Euer Ohrkommen soll."
„Ich verlange auch keine mehr, wenn sie diesem gleichen sollten.Ich weiß, wir leben in den Wäldern, Hnrry, und man nimmtan, daß wir außer dem Bereich menschlicher Gesetze seien — undvielleicht sind wir cs wirklich der That nach, wenn es auch demRechte nach anders sich verhält — aber es gibt ein Gesetz undeinen Gesetzgeber, die über den ganzen Kontinent walten undherrschen. Wer jenes oder diesen iirs Gesicht schlägt, darf michnicht seinen Freund nennen."
„Ich will verdammt sein, Wildtödter, wenn ich nicht glaube,daß Ihr im Herzen ein Mährischer Bruder seid, und kein wohl-gesinnter, treuherziger Jäger, wie Ihr zn sein vorgegeben."
„Wohlgesinnt oder nicht, Hnrry, Ihr werdet mich so treuher-zig und gerade in Werken finden, wie in Worten. Aber dießAuflodern in plötzlichem Zorne ist thöricht, und zeigt, wie wenigIhr mit den rothe» Männern gelebt. Judith Hutter ist ohne Zwei-fel noch ledig, und Ihr schwatztet nur wie die Zunge lies, nichtwie das Herz empfand. Hier ist meine Hand, und wir wollennicht mehr davon sprechen noch daran denken."