Erstes Kapitel.
2 welche Lust im Wald, pralles, verschlungen!
O welch' Entzücken am cntleg'nen Strand!
Dort ist Gesellschaft, die nicht ausaedrniigen,
Am Meer, i» dessen Sturm Musik ich fand!
Den Menschen lieb' ich, doch noch mehr verstandIch die Natur r mit ihr, will ich nicht fragen,
Was ich wohl könnte sein, einst war l Verwandt
Durch sie dem All, fühl' ich, was anSzusagcn
Ich nicht vermag, noch ganz mit Schweigen kann ertragen.
Childe Harold.
Ereignisse haben für die menschliche Vorstellnug die Wir-kungen der Zeit. So kann sich, wer weit gereist ist und Vielgesehen hat, leicht einbilden, lange gelebt zn haben, und diejenigeGeschichte, welche am reichsten ist an wichtigen Begebenheiten,nimmt am frühesten den Charakter und Schein eines weit znrück-reichcnden Alters an. Ans keine andere Weise vermögen wir unsdas Gepräge von Ehrwürdigkeit zn erklären, das schon, den Anna-len Amerika's anhaftet. Wenn der Geist zurückschant in die frühe-sten Tage der Geschichte der Kolonien, so scheint jene Periodefern und dunkel, da die tausend Wechselfällc, welche an die Ket-tenglieder der Erinnerung sich herandrängcn, den Ursprung derNation in eine Ferne rückwärts schieben, die scheinbar im Nebelunvordenklicher Zeit liegt, und doch würden vier Menschenaltervon gewöhnlicher Lebensdauer hinreichen, um von Mund zu Mund,in der Gestalt der Tradition, Alles zu überliefern, was civilisirteMenschen im Bereich der Republik geleistet haben. Obgleich New-Aork allein eine Bevölkerung besitzt, größer in Wahrheit, als dieder vier kleinsten Königreiche Eurvpa's, oder auch als die der ge-lammten Schweizerischen Eidgenossenschaft, ist cs doch erst wenigmehr als zwei Jahrhunderte her, seit die Holländer ihre Nieder-lassungen begannen und das Land ans dem wilden ZustandeDer Wildtödtcr, 1