220
Zugabe.
wenigstens von der Denkart derer, die nach jenerReligion gebildet waren, Farbe und Anstrich ange-nommen haben? Mich dünkte, ja! und ich denkenoch immer ja, wenn ich, ohne alle Hypothese undDeduktion, offenbare Gleichheit bemerke. Bonmanchen Sekten orientalischer Philosophie ist dieseÄhnlichkeit unlaugbar: sie mögen dorthin gegeben,oder dorther genommen haben: die Ähnlichkeit ist
auffallend, sie ist da. Daß von diesen Sekten nunauch vor Christi Geburt bereits Judäa nicht be-freit geblieben, ist bewiesen; obwohl niemand ge-nau zeigen kann, seit wann? wie? und wo sie sichverbreitet? Genug, ihre Spuren sind da und zurhistorischen Deduction fehlen uns — Data.
„Nun dünkt mich, drittens, eben so augen-scheinlich , daß manche Veränderung im Sprachge-brauch der Juden und im Lhrbcgriff einzelner vonihren Sekten, eben mit diesen sogenannten Hcilig-hümern des Hähern Asiens, d. i. ihrer so verbrei-teten Philosophie hie und da keine geringe oderflüchtige Ähnlichkeit habe, daß in einigen Grund-begriffen , die vom Geist der (Kommentatoren selbstden ältesten und so anders gesinnten Schriften desA. T. frühe angebildet wurden, auch manches da-her geflossen seyn mag. In den sogenannten apo-kryphischcn Schriften, bei einigen Lehrsätzen derPharisäer (und sie waren doch die eigentliche dog-matische Sekte der Juden), noch mehr bei demchaldäischen Paraphrasten u. a. ist die Ähnlichkeitunverkennbar.
„Nun ist die Frage: breitete sich nicht daher
auch einiger Schimmer selbst auf den Sxrachge-