z u m n c u en T e st a m e n t. 196
wie Thau aus der Morgenröthe — das ist dasBild des schönen mißverstandnen Patriarchenpsalmsin jedem Zuge. König Melchisedek schwebt darin-nen vor, Priester Gottes, König der Gerechtigkeitund dcS Friedens. Das Bild geht durch die Pro-pheten. Zacharias ist vom seligen Priesterkönigeaus chaldaischen Begriffen, wo alles Sichtbare undUnsichtbare, als solch ein Reich betrachtet wurde,voll. Die alte Theokratie, die Idee ihres gepriese-nen David / dessen Sohn und Nachbild er seynsollte, hatte die Vorstellungsart jüdisch und so wa-ren die Ideen, unter denen der Engel, aber in ei-nem ihrem irdischen Wahne ganz entgegensetztenSinne, Jesum ankündigte, gebildet. Noch langehiengen die Apostel immer an irdischen Begriffen;aber da der niedrige, gestorbne, aufcrweckte, undnun gar in die Himmel erhöhte Heiland ihnen ganzetwas anders lehrte , so brach mit Gewalt dieScherbe. Sie empfingen und verkündigten Begriffevon einem höhern, geistigen, glückseligen Reiche.Da Paulus dazu kam, stürzte er sich ganz in denAbgrund und umfaßte die Ideen vom himmlischenReiche Jesu mit einer Starke und Allgemeinheit,über die man erstaunet. Sein Brief an die Cv«lossev/ Epheser / insonderheit Ebräer zeiget Jesumals das geistige Haupt der Fülle / als den Prie-sterkönig / der durch alle Himmel gegangen undAlles zu ihm selbst vereinigt u. s. w. Johanneszeichnet stiller, einfältiger, aber tief und herzlich.Alle diese erhabne Vorstellungsarten aber werdenverschwemmt, wenn wir Priester/ König / Hohe-
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