V.
Die Lehre und das Gebet Jesu.
Jene ist sehr kurz.- ftyd Himmel und nichtErde! Seyd, wie Gott, wirksam und gütig undverborgen und lernks an mir seinem Bilde! EuerWesen sey Lebe» / Liebe/ Demilth/ und der Wegdahin Selbftverläugnung / Reinigung / Tod!
Fern also, unendlich fern, daß Jesus ein Ge-setzgeber einer äußerlichen, bürgerlichen Tugend, alSsolcher, geworden wäre; er stellt sie immer als heid-nische Tugenden, als rohe Erdschlacken ganz hinweg.„Fangt nicht davon an! haltet euch bei ihnen nicht„auf! strebt ihr nur nach ihnen; so ist Euer Lohn„dahin!" Wie nun? und wenn man in einem Zeit-alter Christum gar nicht anders, als Gesetzgeber,Tugendlehrer, Vcreiniger der Religionen kennenwill? Ist das Salz dumm, sagt Jesus, und hatseine innere, würzende Kraft verloren, so werfeman es nur immer hinaus und lasse cS die Leutezertreten.