zum neuen Testament. 147
Bald wird er das Leben dev Welt/ der Ur-keim ihrer höher» Schöpfung! Bald der Arzt/das Kranke zu heilen, und weil er so unscheinbarerschien, und nur durch dunkeln Glauben die Gene-sung wirkte, (schönes Bild!) die Schlange Mösesin der Wüsten. Bald der Hirt/ der mit Aufopfe-rung seines Lebens, seine Hcerden zur ewigen Wei-de führe, und (die treffendsten Bilder!) das Brodder Unsterblichkeit! das Wasser des Lebens! —Da beide Bilder dem Evangelisten Johannes solieb sind und er so viel daraus entwickelt, sie aucham wenigsten in ihrer Fülle verstanden werden: sohöre man ihren Ursprung und ihre Bedeutung.
In Chaldäa war nämlich wirklich ein Broddes Lebens, ein Wasser der Unsterblichkeit, vondem man in eben den Ausdrücken sprach, die derEvangelist brauchet. Jenes hieß Himmels - undLebensbrod (psin cslsste, xlsin cks vis,) dasSymbol des Segens, Lebens und der Gemeinschaftaller himmlischen guten Geister, d. i. der Reinig-kcit, Lebenskräfte und des Gedeihens. Ja ebendies Brod war ihr uralter Hom Johannes, (l^omxur, Hom ck'or, ^Isiri äs vis* *) —) Nun istoben schon bemerkt, wie Johannes sein Evangeli-um dem Glauben, daß der Täufer, der von seinenSchülern vermuthlich mit diesem Hom des Lebens
Morts, wenn man den ganzen Johannes liefet!Sein Leben war das ausgedrückte Denkbild vomWillen des Vaters.
*) 1 °. III. x. 727. 728.
K 2