heit*) d. i. ganze, kühne Tüchtigkeit des Menschenvor Gott? Alle Trostphilosophien endlich, die dieewige Bestimmung des Menschen in gerader Linieaus sich ziehen und weben — Siehe! die SpÜMestützt sich auf ihr HauS, ohne daß eS stehet,und hält sich daran und eS hat selbst keine Hal-tung. Ist die Philosophie, was sie scyn soll: sowird sie ihren Ursprung, ihre Kraft und Schrankenerkennen und sich in die Offenbarung, d. i. in denAufschluß von Bildung des Menschengeschlechts,der auch sie gebildet, verlieren. Sie ist nur diedünne Wolke von Abstraktion, die über den duf-tenden Gewachsen des reichen Gartens Gottes all-mählich emporgestiegen, und ohne diesen Gartennichts ist.
*) Nichts anders heißt das Wort Rechtschaffenheit,als T ü c ht i g ke i t, daß man das ist, wasman scyn soll: vorzüglich Starke, Tapfer-keit , Bravheit. Der Begriff der Tugendvor Gott und der menschlichen Bestimmung istdamit also noch gar nicht bestimmt: er muß ersthineingebracht werden, wenn der Mensch recht,schaffen d. i. ganz ist, was er in Ewigkeithin sey» soll? ( setzt ist ers nicht) und wodurchers werde?
Herders Werke z. Rel. u. Theol. VIII. D