aus den Handschriften des Verfassers. 48I
„Schon also dieser Gegensatz bringt uns dar-auf, daß diese reine schöne Braut wohl nicht schlech-terdings und allein die äusserlichc christlicheKirche seyn könne, so wenig jene Buhlerin schlecht,hin und allein die jüdische Kirche war*). Johan-nes unterscheidet immer die wahren Juden und dienur sagen, sie sind's und sind's nicht; und sounterscheidet er auch die wahren Christen. Chri-stenthum ist ihm nicht die äusserlichc Verfassungoder gar die Heraufbringung der Kirche zu irdi-schem Wohlleben, Pracht und Rcichthum; mit die-sem ging gerade das wahre Christenthum unter.Man kann die Offenbarung Johannis nicht ärgermißdeuten, als wenn man sic in diesen schnödenelenden Gesichtspunkt zwinget: ihr Verfasser wirdsodann nichts, als ein fleischlicher, gehässiger Ju-denfeind und ein fleischlicher, übcrmüthiger Chri-stenpfaffe ; ist etwas dem Geiste des Buchs unddem Zusammenhänge seiner Geschichte mehr zuwi-der ? Die reine Braut Christi kleidet sich nicht inPurpur und Rosenroth, sic buhlet nicht mit denKönigen der Erde. Unschuld ist ihr Gewand, Ge-rechtigkeit der Heiligen ihr reiner Vrautschmuck."
„Daher ruft die Stimme auch schon zumvoraus: „Selig, die zu diesem Hochzeitmahle be-
rufen sind!" Denn gewiß nicht alle sind dazu be-rufen. Und Johannes kennt keine Christen, als
P Nach der Meynung des Verfassers im gedrucktenText.
H.h -