ZS I. Lieder der Liebe.
„wovon er rede! den Garten habe er in allenseinen Reizen genossen rufet ober seine Freundennd Geliebten in denselben/ sich mit ihm zu freu-en , damit Sr und Sie sich an ihrer Freude erla-ben. — Süsser Streit der Liebe und Unschuld,der männlichen Entzückung und weiblichen Schnm-röthe! sanft Gewebe, das die Hand des zartestenKünstlers spänn und die Hand des Menschenfreun-des in unsre Natur webte. Mit der Perle derUnschuld , mit der Rose der Zucht ist dem Braut-fchmuck seine beste Zier, dem Garten des heiligstenVergnügens die schönste Blume geraubt, und derheiterste Quell trübe. —
Und siehe, eben von der Stelle des Hohcn-kledeS, die sie so zart feiert, hat man sie verjagen/ha« Worte der Unschuld zu schändlichen Zweideutig-keiten machen wollen, die nach allen Zeugnissen,alt und neu, der Orient gar nicht kennet u), garnicht leidet, sondern uns zweideutigen gesittetenEuropäern als Schlamm und Schande ins Gesichtspeiet. Was wäre denn der Garte/ daran derLiebhaber satt hat und seine Gespielen dazueinladet ? was wäre er im Gefühl des eifersüchti-gen reinen Morgenländers?-Doch warum
verderben wir uns die Szene der Unschuld mit Er-innerungen solcher Art? Freunde und Geliebtenhaben satt getrunken: der Bräutigam sich satt ge,lobet; es folgt abermals eine Nachtszene.
, a) S. d'Arv i e ux, Th- 2. S. e63. i8L. 26h..Imgleichen Niebuhr u. a.