I. L i e d e r d e r L ie b e.
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In der Krone, womit ihn seine Mutter gekrönt,Am Tage seiner Verlobung,
Am Lage der Freude seines Herzens.
Ohne Zweifel gaben die vorigen Nachtszcnen Anlaß,daß s)er prächtige Gesang, der auch mit Nacht undSchrecken anfangt, jetzt folget; aber in wie son-derbarer Verbindung !
Das Lied hat drey Strophen, wovon die bei-den ersten in ihrem Ausgange offenbar zu einanderpassen. Das erste Bett ist so furchtbar //UM desGrauens willen der Nacht/" das zweite prächtig/,nm der Töchter willen Jerusalems /" das drittevollendet des Königs Pracht und Herzensfreude.
Ward je eine Vermahlung würdiger besungen?Der Gesang steigt vom Bett des Helden zum Bet-te der Liebe , von ihm zur Krone der Hochzeit undHerzensfreude. Zn jenem ist der König nur furcht-bar, im zweiten beneidet und prächtig, in derdritten geliebt und selig. Das erste schmücken Hel-den, das zweite Buhlerinnen, das dritte Mutterund die ewige Freundin. Der Brautkranz seinerMutter geht dem Könige über Heldcnruhm undKönigskrone.-
Die Vermahlte erscheint hier nicht: sie pran-
get auf keinem Throne. Sogleich aber folgt, wiesie cs verdient, ihr Lob, nicht durch Pracht; Goldund Reichthum, sondern durch Schönheit. Von nunan werden die Schilderungen kühner, denn cs lie-ben sich zwey von der Mutter Vermählte:
O schön bist du, meine Liebe,
N du bist schön.