VlI. Vom Einfluß der Wissenschaften
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Handlung der Gegenstände ewig denkwürdige Muster— allenfalls zu besserem Gebrauch. Ueber das Mo-ralische ihrer Sitten und Charaktere mag ich garnicht urtheilcn; es gehöret nicht in meine Frage.
Ein gleiches war's milder Blüthe und demVerfall der Römer. Jene ward nicht durchWissenschaften, sondern durch Tugenden, Thaccn undGlück befördert; dieser ward ebenfalls eigentlich nichtdurch Wissenschaften, sondern durch Laster, übermäch-tige Siege und Partheien des Staats bewirket; dieWissenschaften folgten beiden aus ih-rem Schritte. Sie kleideten sich mit der StrengeCato's, mit der Würde Scipio's, mit der Vorsichtig-keit Cicero's , mit der Sanftheit Attikus, mit deredeln Freiheitslicbe Brutus; sie folgten auf der an-dern Seite dem Glücke und der Leichtigkeit Casars,dem despotischen Geiste Sylla's, der Ueppigkeit Lu-culls, der Schwachheit Augustus. Sie waren der bild-same Thon, der von jeder Zeit, von jedem CharakterGestalt annahm. Mich dünkt, es sey unbestimmt ge-redet, daß Wissenschaft an sich, der rohen Un-wissenheit entgegen gcstellet, Sitten oder Staatverderbe; sie verdirbt solche so wenig, als roheUnwissenheit sie hebt und bessert: alles kommt daraufan, wie die Wissenschaft sey? wie sie ge-pflegt und gehandhabet werde? Hätte Romauch keine Wissenschaften gehabt, und es wäre aufdem Gipfel der Siege, mithin des Stolzes, der Ucp-pigkeit und Macht einzelner Partheicn gewesen; seinFall wäre befördert worden, wie er befördert ist, da-zu auf rohere, schrecklichere Weife.
- Denn nun, waren es nicht Wissenschaftenallein, die Roms Strenge etwas milderten