auf die Regienmg und umgekehrt. 33»
wandelt am Tage und nutzt selbst die ärgsten Lügenseiner Feinde. So auch eine Regierung, aufGesetze, Freiheit und Wohl der M e n-schen gegründet: so auch eine Religion desStaats, die wahr ist und durch jede Beleuch-tung nicht anders als endlich gewinnen kann. AlleMonopolen der Gedanken sind schädlich: alle drük-kende Zünfte und Societäten derselben sind — hieund da noch, nirgend aber müssen sie letzter Zweckwerden. Nicht ihnen soll die Wahrheit; sie sollender Wahrheit dienen, oder sie sind ihrer Stelle nichtwerth. — Ucbcrhaupt ist Freiheit der Gedanken diefrische Himmelsluft, in der alle Pflanzen der Re-gierung , zumal die Wissenschaften am besten ge-deihen. Der Regent eines Staats muß beinaheohne Lieblingsmeynmrgen seyn, damit er die Mey-nungen aller in seinem Staate umfassen, dulden,lautern und zum allgemeinen Besten lenken könne:daher sind große Regenten auch so selten.
2 . Näher wirkt die Regierung auf die Wissen-schaften durch Gelegenheiten, die sie zu ihnenveranlaßt und fördert, und diese werden in-sonderheit durch's Band d« Lander und Reli-gionen, durch Kriege, Bündnisse, Han-del. Griechenland bekam seine Buchstaben ausPhönicien, seine ersten Keime der Einrichtung ausAegypten: Etrurien aus Aegypten und Griechen-land, aus Griechenland Rom, aus Rom die Völ-ker. Die Saraccncn holten aus EonstantinopelBücher, Wissenschaften, Künste; von Sarace-nen bekamen sie die Christen. Unter diesen hat EinLand vom andern gelernt und geerbet: oft ziehen