Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 7 (1820) Postscenien zur Geschichte der Menschheit
Entstehung
Seite
322
Einzelbild herunterladen
 

322 VII. Vom Einfluß der Wissenschaften

jedem menschlichen Institut unabtrcnnlich sind, odergewöhnliche Vorwürfe, die sich selbst widerlegen,die die Mißbrauche treffen und nicht die Sa-che selbst. Jeder Mensch hat seinen Gesichtskreis,folglich auch jede Versammlung selbst der erleuchtet-sten Menschen. Aus ihm geben sie Fragen; nachihm entscheiden sie Auflösungen: hiemit werden sie

selbst Parlhei , und das Publikum , Welt und Nach-welt, ist Richter. Kein Gott auf der Erde hat nochjemals Köpfe unison stellen können; 'der Gott derWissenschaften will's und soll's nicht. Er spielt aufeiner Leier von vielen Saiten, von vielen Tönen.Mehr als einmal haben Akademien sich selbst wider-legt, theils in kürzet Zeit, theils im Verfolg ihrerGeschichte: die Akademie der Jnscriptionen liefert

davon frappante Beispiele und die Wahrheit kommtvielleicht damit frei und vielseitig an den Tag. Zu-dem sind die meisten der Wissenschaften, denendie Akademien zum Heiligthum bestimmt sind, derParteilichkeit minder fähig: Mathe-matik, Physik, Geschichte, Bemerkung; Meynungbleibt MeyNuNg, und jedermann stellt wiederumdie seine darüber frei. Jede Preisaufgnbe der Aka-demie erzeugt ja meistens eine Menge Schriften,die der Preisschrift als Nebenbuhlerinnen nach oderneben oder vorfliegen: das Publikum kann sie alle

genießen und wählen; die Akademie veranlaßte sie.

Allerdings Ware Eine Akademie nicht unnütz-lich , die ohne bestimmte Fragen allgemein d i eKlasse benennte, in der sie Schriften, Wer-ke, Erfindungen, Beobachtungen anzu-nehmen und nach Befinden zu krönen, bereit wäre.