Zok) VII. Vom Einfluß der Wissenschaften
Urzneikunst; die edleren Wissenschaften waren mitder römischen Lust verflogen.
Noch weniger will ich mich darauf einlassen, wasnicht die Regenten, sondern die Regierung ansich selbst und im Ganzen zum Verfall der Wis-senschaften beigetragen habe; die Unruhe dersel-ben nämlich, das herrschende Soldatenre-giment, die Schwachheit des Reichs, sichgegen die andringendcn Barbaren nicht schützen zukönnen, sondern sie selbst in sich zu locken; das al-4er Welt gegebene B ü r ge r rech t endlich, wodurchselbst die römische Sprache vcrsicl und so mancheandere Dinge. Ein Reich, das sich nicht schützenkann, wie sollt's die Wissenschaften, feine Sprossenseiner Blüthe, vor dem Werfall bewahren? Ein inallen Gliedern verderbter Körper, wie sollte an ihmHaupt- und Lebenssaft gesund seyn? Eine neue,schon sehr verderbte Religion kam dazu, die einOrientalisches in Gesetz und Schreibart, Befehle undRedekunst brachte, das dem römischen Staat weniganstand. Die Schwachheit der Kaiser nährte Ver-folgung der Ketzereien, elende Sophistereien und Di-sputirkünste, die zu nichts dienten, aber äußerst ver-derbten — — Kurz, womit konnte die Disharmonieeiner so schwachen, unruhigen, sich selbst widerspre-chenden Regierung als mit Barbarei und dem Todealler vernünftigen, nützlichen Literatur endigen? Hierwar kein Griechenland, kein Rom mehr; Europawar ein dunkles Getümmel ziehender Barbaren»