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VI. Ahnungen
Wie viele Menschen sind in jener Welt gewiß da-durch glücklich, daß sie hier unglücklich waren.Kennen Sie, mein Freund, die kleisiische Fabelvom gelahmten Kranich?
CH. Ich kenne sie nicht.
C H. Sie ist eine der schönsten, die je gemachtward. Wollen Sie sie lesen?
Theages gab ihm das Buch, und Chari-kles las:
Der Herbst entlaubte schon den bunten Hain,
Und streut' aus kalter Lust Reif auf die Flur:
Als am Gestad' ein Heer von KranichenZusammen kam, um in ein wirthbar LandJenseit des Meers zu ziehn. Ein Kranich, denDes Jägers Pfeil am Fuß getroffen, saßAllein, be.rübt und stumm, und mehrte nichtDas wilde Lustgeschrei der Schwärmenden,
Und war der laute Spott der frohen Schaar.
„Ich bin durch meine Schuld nicht lahm, dacht'er,
In sich gekehrt, ich half so viel als ihr,
Zum Wohl von unseren Staat. Mich trifft mit RechtSpott und Verachtung nicht. Nur ach! wie wird'sMir auf der Reis' ergeh»! Mir, dem der SchmerzMuth und Vermögen raubt zum weiten Flug!
Ich Unglückseliger! das Wasser wirdBald mein gewisses Grab. Warum erschoßDer Grausame mich nicht?" — Indessen wehtGewogner Wind vom Land' ins Meer. Die SchaarBeginnt, geordnet, jetzt die Reis' und eiltMir schnellen Flügeln fort, und schreit vor Llrst.