der eigenen Zukunft. 23 g
Th. Wenn die Sonne am Himmel steht, mußman keine Traume erzählen, Charicles; sie habenihre Scene und Dekorationen verloren; alles hat sei-ne Zeit und Stunde. Sehen Sie nicht, wie dieSonne mit ihrem Glanz das ganze Heer unserergestrigen Welten uns verdeckt hat, und wie traurigst^s dort der Mond am Himmel — ein blassesWölkchen! Wahrscheinlich würde unser Gespräch auchein solches werden, wenn es unsere gestrigen Ahnun-gen wiederholte. Also Charikles, löschen Sie die Nacht-lampe aus, und bringen etwas Jugendlicheres vor,wodurch wir uns zur Munterkeit auf den Tag hinstarken.
C h. Mich dünkt, wir können in unserem ge-strigen Gespräch fortgehn, und doch diesen Zweck er-reichen. Denn, mein Freund, ich fühle es jetzt au-genscheinlich, nicht die Nacht, sondern der Morgenist zu Gesprächen gut, die uns in die Kindheit desMenschengeschlechts, in den frühen Morgen menschli-cher Begriffe und Bilder zurück führen. Unsere stu-diere Nnchiwcisheit hat uns verblendet: wo wir
menschlich denken sollen, wollen wir göttlich denken.
Th. Eilt das mir?
CH. Nicht so ganz ohne; denn auch Sie,fürchte ich, hat Philosophie und Theologie, Newtonund Christenthum, zu hoch gespannt. Sie wollenzu de» Sternen empor, und unser Weg ist vor derHand doch auf Erden. Sie schämen sich IhrerStiefbrüder, der Tkiere, und klimmen zu Geschö-pfen hinauf, die Sie nicht gesehen haben, und viel-leicht auch nicht sehen werden, zu Einwohnern Mer-kurs, der Sonne und des Mondes,