der eigenen Zukunft. 225
kann. So verschieden diese Welt ist, so verschie-den wird auch die zukünftige seyn; und wenn sie'snicht wäre, wenn alles an einfachere Enden undbestimmtere Größen, wie es sehr wahrscheinlich ist,zusammen gienge, desto besser! Genug, ich finde hierGlückseligkeit, wo ich sie oft nicht gesucht, Schönheitunter einer Hülle, die zu ihr die fremdeste schien,Weisheit und Tugend meistens in rauhen, verach-teten und unkenntlichen Gestalten. Gerade wo Schmin-ke und Putz anfangt, hört Wahrheit, Rechtschaffen-heit, Glückseligkeit auf; und nach diesen vergoldetenPagoden wollten wir unsere armen Reisenden wan-dern lassen, um das Wahre zu verlieren, das sie ha-ben, und für inner» Werth und Reichthum schlech-ten äußern Tand zu erbeuten? Je mehr ich dieMenschheit anders, als nach dem Mantel kennenlerne, desto mehr finde ich Ursache, die Vorsehungauch auf diesem Schauplatz knieend zu verehren.Wo wir das meiste Unglück vermuthcn, wohnt oftdas größte Glück. Einfalt ist nicht Dummheit, undSchlauigkeit weder Glückseligkeit noch Weisheit. Ichhalte es also immer mit dem Dichter:
Das Schicksal theilt die Gaben weislich aus:
Für jeden giebt es Brod und Deck' und Haus,
Den Armen Kraft, den Schwachen Ehrenplätze.
CH. Aber, mein Lieber, Sie wissen doch dasGesetz der Sparsamkeit sowohl in Ansehung der Kraftals des Raumes? Es herrschet in der ganzen Na-tur; ist's denn nicht sehr wahrscheinlich, daß die Gott-heit auch bei Verpflanzung und Fortrückung mensch-licher Seelen darnach handle? Wer in Einer FormHerders Werke z. Phil.u.Gesch. VII. P i?sLtrcenien.