Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 7 (1820) Postscenien zur Geschichte der Menschheit
Entstehung
Seite
223
Einzelbild herunterladen
 

indem es die Lüste, die der Böscwicht in sich fühlt,zu seiner jetzigen Bestimmung macht, und ihm,wenn er zuletzt cim Galgen stirbt, den süßen Trostgiebt:er habe nun eine seiner Schulden gcbüsset!

Es sey seine Bestimmung gewesen, jetzt solchenWeg zu gehen: was er noch nicht gelernt und er-fahren habe, das habe er Zeit, auf andern Sta-tionen zu lernen."

Eh. Von solchen Mißbrauchen wollen wirnicht reden; das Beste kann vom dummen Döse-wicht auf's ärgste gemißbraucht werden. Ich kommezu meiner Frage zurück: wie wollen Sie sich mitdem Gott versöhnen, der das Schicksal der Men-schen so ungleich machte? Entweder müssen ihmdie Ideen von böse und gut, vollkommen oder un-vollkommen, glücklich oder unglücklich, sehr gleich-gültig seyn; oder

Th. Oder wir sollen ihn nur nicht nach un-serm kleinen, engen, armseligen Manßstabe messen.Wer ist glücklich, wer unglücklich? Jst's der Poli-cirte mehr als der Wilde? Der Sklave in goldenen,minder, als der in eisernen Ketten? Wo wohntdie Vollkommenheit auf unserer Erde? und wo hatsie sich ein Haus erbauet? Hat sie uns über sichzu Richtern gesetzt? uns, die wir selbst nur vonden Mimosen ihrer Milde und Huld leben? Gottschuf uns nicht, das menschliche Geschlecht zu rich-ten, sondern in ihm zu lcben, uns unserer Stellezu freuen, und cs selig zu machen, wo und wieweit wir können. Er selbst lhat nicht mehr, als ernach seiner Weisheit thun konnte und nach seinerGüte thun mußte. Mit Beiden ging er zu Rath,