»9» VI- Ahnungen
Kanna.
(Pflegvater der Sakontala, ein Bramin).
Hört, ihr Baume dieses heiligen Hains! ihrBäume, in denen die Waldgöttinnen wohnen, hörtund verkü»dct's, daß Sakontala zum Pallast ihresEhegemahls geht; sie, die auch dürstend nicht trank,bis ihr gewassert wäret; sie, die aus Liebe zu euch,nicht Eins eurer frischen Blättchen brach, so gernsie ihr Haar damit geschmückt hätte, deren größteFreude die Iahrszcit war, wenn ihr mit Blumenprangt.
Chor der unsichtbaren Wald Nymphen.
Heil begleite sie auf ihrem Wege! Mögen be-glückende Lüfte, ihr zum Genuß, den wohlriechendenStaub köstlicher Blüthen umherstreuen! L.iche kla-ren Wassers, grün von Lotosblättcrn, sie erquicken,wo sie wandelt, und belaubte Zweige sie vor demsengenden Sonnenstrahl decken!
Eine Gespielin.
War das die Stimme des Kokila, *) der un-serer Sakontala eine glückliche Reise wünscht? Odersangen die Nymphen, die Befreundeten der frommenBewohner dieses Hains dem harmonischen Vogelnach, und machten seinen Gruß zum ihrigen?
Die Pflegmutter.
Tochter, die Waldgöttinnen, die ihre verwandtenEinsiedler lieben, haben dir Glück gewünscht; ihnen
') Der Nachtigall.