der eigenen Zukunft. r63
Sie gieng nachher jeden Abend an den Baum,auf welchem ihr Mann und Sohn lagen, und schnitteine Locke von ihrem Haar ab, welches sie auf dieErde streute, und betrauerte in einem schwermüthi-gen Liede ihr Schicksal. Ihre Lieblingsmatcrie war-die Thatcn herzurechncn, die ihr Sohn verrichtet ha-ben würde, wenn ec langer gelebt hatte: und so lan-ge sie sich mit diesen Gedanken beschäftigte, schien ihrganzer Schmerz aufzuhören.
Klage einer Mutter um ihren Sohn.
„Wärest du bey uns geblieben, mein lieberSohn, wie sehr würde der Bogen deine Hand ge-ziert haben, und wie tvdtlich würden deine Pfeile denFeinden unseres Stammes geworden seyn. Du wür-dest oft ihr Blut getrunken und ihr Fleisch gegessenhaben*), und zahlreiche Sklaven waren die Beloh-nung deiner Arbeit geworden. Mit starkem Armewürdest du den verwundeten Büffel niedergerissen,oder den wüthenden Bar bekämpft haben. Du hat-test das fliegende Elendsthier eingeholt, und auf demGipfel der Gebirge dem schnellsten Rehe Trotz gebo-ten. Was für Thaten würdest du nicht verrichtethaben, wenn du das Alter der Kraft erreicht Hättest,und von deinem Water in allen indischen Vollkom-menheiten wärest unterrichtet worden."
*) Es ist dies der Ausdruck des Kriegs auch beyRationen, die die Worte im eigentlichen Verstän-de gar nicht vollstrecken. Sie haben ihn beibehal-ten aus alten Zeiten,
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