der eigenen Zukunft. rkr
verstorbenen Krieger, theils die Geschichte und Klageeiner Mutter über ihr verstorbenes Kind Herfetzenwill. Die Natur des herzlichen Affekts voll Ein-falt und Würde ist mehr werth als die Kunst man-cher Aktionen und erzwungenen Leichengcdichte. —
Anrede an einen verstorbenen Krieger.
„Du sitzest noch unter uns, Bruder, dein Kör-per hat noch feine gewöhnliche Gestalt und ist demunsrigcn noch ähnlich, ohne sichtbare Abnahme, nurdaß ihm das Vermögen zu handeln fehlet. Aberwohin ist der Athem geflohen, der noch vor etlichenStunden Rauch zum großen Geiste empor blies?Warum schweigen jetzt diese Lippen, von denen wirerst kürzlich so nachdrückliche und gefällige Redenhörten? Warum sind diese Füße ohne Bewegung,die noch vor einigen Tagen schneller waren, als dasReh auf jenen Gebirgen? Warum hangen dieseArme ohnmächtig, die die höchsten Baume hinauf-klettern, und den härtesten Bogen spannen konnten?Ach, jeder Theil des Gebäudes, welches wir mitBewunderung und Erstaunen ansahen, ist jetzt wie-der eben so unbeseelt, als er vor drevhundert Win-tern war. Wir wollen jedoch dich nicht beiraurenals wenn du für uns auf immer verloren wärest,oder als wenn dein Name nie wieder gehört werdensollte; deine Seele lebt noch in dem großen Landeder Geister, bey den Seelen deiner Landsleute, dievor dir dahin gegangen sind. Wir sind zwar zurückgeblieben, um deinen Ruhm zu erhalten, aber auchwir werden dir eines Tages folgen. Beseelt von derHerders Werke z.Phil, u, Gesch. VH. L