VI. Ahnungen
148.
Zu Fing als Halle traget ihn empor,
Daß der noch höre die Stimme seines Sohns,
Die Stimme deß, der einst den Mächtigen pries.
Der Nordhauch öffnet deine Thor', 0 König,
Auf Wolken seh' ich sitzen dich,
Dämmrig glänzendIn deinem Waffenschmuck.
Zwar ist deine Gestalt des Tapfer» Schrecke nichtmehr;
Er gleicht der Wasserwolke,
Wenn wir die Sterne hinter ihr schaunMit ihren weinenden Augen-
Dein Schild ist gleich dem bejahrten Mond,
Dein Schwerdr ein Dunst mir Feuer halbdurchglüht:Dämmrig - schwach ist jetzt der Führer,
Der vorschritt einst im Glanz.
Aber auf Winden der Wüste ist ein Tritt,
Und Sterne dunkeln in deiner Hand,
Du nimmst die Sonn' in deinem ZornUnd birgst sie in die Wolken.
Die Söhne der kleinen Männer sind erschreckt,
Und tausend Regengüsse steigen nieder.
Und trittst du wieder in deiner Mild' hervor;
So spielt das Morgenlüftchen vor dir her;
Die Sonne lacht in ihren blauen Feldern;
Der graue Strom schleicht fort in seinem Thal;
Die Büsche schütteln ihre grünen Häupter:
Die Rehe springen der Wüste zu. — —