'94 IV. V vn de r m e n sc h li c he n
rrrum oder lVUrrirrrum seiner Art , eine aufgelösteFormel, die einzig so aufzulösen war.
Irre ich nicht , so muß, wenn wir gesund sind,diese Betrachtung uns einen neuen Geschmack amLeben, eine neue Hochschatzung des Ranges, aufwelchem wir stehen, und den Wunsch einflöfien, inihm sowohl Ewigkeit zu genießen, als für das Fort-dauernde in der Menschheit in der besten Art zuwirken. Thci! nehmen müssen wir; wir stehen im Stromder Zeit, wo eine Welle die andere treibet; nützlichoder schädlich müssen wir also auf die Zukunft wir-ken , wie die Vergangenheit auf uns wirkte; derKampfpreis des Lebens ist, daß wir auch in Nachtund Nebel das Ziel treffen, wo der Kranz hangt,daß wir die Saite treffen, wo wohlklingende Eon-sonanzen ins Unendliche hinauf- und hinuntertöncn.Wären diese gleich dem gemeinen Ohre unhorbar;sie sind dennoch da, sie tönen weiter und erweckenneue harmonische Mitlaute. Nicht durch Schriftenwirken wir allein auf die Zukunft; diel mehr kön-nen wir's durch Anstalten, Reden, Tkaten, durchBeispiel und Lebensweise. Dadurch drücken wir un-ser Bild lebendig in andere ab; diese nehmen's anund pflanzen es weiter. So erhob sich der Baumder Humanität über die Völker; unzählige Händetrugen zu seiner Wartung und Pflege bey: wir ge-nießen seine Früchte und müssen zu seiner weiternEulcur mithelfen. Wie weit diese reiche, umfaßt un-ser Blick nicht ; aber unsere Hand sey emsig, unserkurzes Leben werde durch Theilnehmunq und Tkeil-gebung verlängert und ewig. Mich dünkt , in die-sem hohe« und richtigen Gefühl werde man leicht