„^H-lle Blumen der Dichtkunst hast du gebrochen,so lagt ein französisches Epigramm zu einem franzö-sischen Dichter., nur die Unsterbliche nicht."Wir wissen nämlich, daß im Französischen eine Blu-me wirklich die Unsterbliche heißt.
Nicht eben so leicht ist es zu wissen, wo die
Unsterbliche blüht, und wie sie von ihren tauschen-
den Schwestern sich unterscheide. Es gicbt mancher-lei) Jmmortalitäten, und die vielfachen Sinne derMenschen suchen sie auf verschiedenen Wegen,
Von der Unsterblichkeit des Geistes oder derSeele reden wir hier nicht; sie ist eine Blüthe der
Hoffnung, ein Same der Ahnung, der in unser
aller Herzen liegt, und den die Phantasie, oder dasmoralische Urthcil, oder das innerste Gemüth derMenschen auf mancherlei) Weise erzogen hat; nichtaber ist sie ein Werk des Wissens «der der nochkaltem Erfahrung.
Es giebt eine andere Unsterblichkeit des Na-mens und Nachruhms, die ich die historischeund d i ch ter i sch e, oder die Knnstunsterb-
Herders Werke z> Phil,u,Gesch, VH. F