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Zur Philosophie und Geschichte Theil 7 (1820) Postscenien zur Geschichte der Menschheit
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I 111. Vom Wissen und Ahnen. 77

^ wer in ganzen Stücken und auf einmal, sondern

I abschläglich und auch in Münze bezahlt werde. Die

1 Zinsen der Verzögerung kommen dabey gewiß in

1 Anschlag.

! 5. Glaube endlich ist weder Wissen, noch

Ahnen, weder ein bloßes Hoffen noch Wün-§ sehen; er ist eine stille Zuversicht des Un-

' sichtbaren nach dem Maasstabe des Sichtbaren;

nach der Analogie des Gegenwärtigen und Vergan-genen ein Ergreifen der Zukunft. Glau-be ist ein Resultat unserer Erfahrungen, sie allegleichsam und den ganzen Lauf der Dinge in EineFormel gebracht und dem Gemüth einverlcibet. Sobauen wir auf die Natur, trauen ihr nicht zu, daßi sie uns betrüge und handeln in diesem Glauben,

z So trauen wir unfern Sinnen und der belebten Na-

! tur, sofern sie innere Kräfte äußert; so den Zügen

i des Gesichts, der Rede des Menschen. Niemanden

> ist dabey untersagt, in einzelnen Fällen zu untersu-

chen, zu prüfen, zu zweifeln; den ganzen Glaubent an die Zuverlässigkeit der in allen ihren

! Wirkungen wahren, in der ganzen Fvl-

§ ge ihrer Wirkungen consequenten N a-

§ tur hebt dieser Zweifel nicht auf, vielmehr befestigt

^ er ihn und sichert jene Wahrheit, auf die wir ganz

^ truglos gern fortbauen möchten. Niemand also soll-

^ te das Wort glaub en blind verschwärzen und ver-

^ lälimden, da Glaube die Basis aller unserer Urthei-

le, unseres Erkennens, Handelns und Genießens ist.;im Namen der Welt sollte man sich freuen, daß cseinen sichren, festen Glauben an die Natur und