ü6 III. Vom Wissen und Ahnen.
zu tragen, müßte jedes Vernünftigen Wunsch undBestreben seyn, gesetzt sogar, daß er sich mit seinemBestreben täuschte. Er ist nicht getäuscht; er hatden höchsten Wunsch erreicht, der in seiner Laufbahnzu erreichen war; er steht mit heiterem Blick undZurückblick als Sieger ruhig am Ziele.
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Glaube eines zukünftigen Lebens istalso der Menschheit nothwendig, ja ich möchte sagen,natürlich. Nothwendig, damit sie nicht untersich sinke, und in Verzweiflung oder in Gräueln,die selbst die ärgste Verzweiflung sind, ärger als einThier werde. Wir haben in unserer Zeit den schau-derhaften Anblick erlebt, da Menschen im Taumelwüthender Leidenschaften zu dem brutalen Evangeli-um die Zuflucht nahmen, daß, aus dem Nichts ge-kommen, sie jetzt, mit Blut und Schande bedeckt,ins Nichts zurückeiltcn. Nach allen Ungerechtigkei-ten und Qualen, die sie ihren Mitbürgern zugefügthatten, ließen sie ihnen nichts als einen schändlichenLeichnam. — Bey diesen Auftritten hat, dünkt mich,selbst der Ungläubige einsehen gelernt, wie nothwen-dig dem Menschengeschlecht Glaube an einefortgehende Zukunft sey, selbst sogar denFall gesetzt, daß diese nicht vorhanden wäre.
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Und daß sie nicht vorhanden sey, ist demMenschen nicht nur unerwcislich, sondern fast un-denkbar. Es ist ihm natürlich, sich fortzu-denken in seinen Wirkungen und Kräften. Die