noch ein Zweifel; sollten Sie so wenig Kraft haben, daßSie eine» Stolz darein setzen, Ihren Schmerz auszu-krainen?"
„Nein, sehen Sie, ich bin einfach," sagte Morrel,dem Grafen die Hand reichend, „und mein Puls schlägtnicht stärker und nicht langsamer als gewöhnlich. Nein,ich fühle mich am Ende der Reise; nein, ich werde nichtweiter gehen. Sie sprachen mir von Hoffen und Warten;wißen Sie, was Sie gcthan haben, unglücklicher Weiser?Ich habe einen Monat gewartet, das heißt, ich habe einenMonat gelitten! Ich habe gehofft (der Mensch ist einarmes, elendes Geschöpf), ich habe gehofft, was? ich weißcs nicht, etwas Unbekanntes, Albernes, Wahnsinniges! einWunder. . . was für ein Wunder? Gott allein vermag eszu sagen, er, der in unsere Vernunft eine Thorheit gemischthat, die man Hoffnung nennt. Ja, ich habe gewartet; ja,ich habe gehofft, Graf, und seit'einer Viertelstunde, diewir hier sprechen, haben Sic hundertmal, ohne es zu wis-sen, mein Herz gequält, gebrochen, denn jedes von IhrenWorten bewies mir, daß nichts mehr für mich zu hoffenwar. Oh! Graf, wie sanft und wollüstig werde ich imTode ruhen!"
Morrel sprach diese letzten Worte mit einem Ausdruckevon Energie, der den Grafen beben machte.
„Mein Freund," fuhr Morrel fort, als er sah,daß der Graf schwieg, „Sie haben mir den fünftenOktober als das Ende der Frist bezeichnet, die Sie vonmir verlangen . . . Mein Freund, heute ist der fünfteOktober . .
! Morrel zog seine Uhr.
i „Es ist neun Uhr, ich habe noch drei Stunden zuleben."
„Es sei!" sprach Monte Christo, „kommen Sic."j Morrel folgte maschinenmäßig dem Grafen, undj sic Ware» bereits in der Grotte, che es Marimilian bc-! merkte.
! Der Graf v. Monte Christo. VI.
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