de» Körper springe» macht, wie der von einem Mos-kito gestochene Löwe springt? Ist es immer noch derverzehrende Durst, der nur im Grabe erlischt? Ist esjene Idealität des Kummers, welche den Lebenden ausdem Leben schlendert und der Verfolgung des Todespreisgibt? Oder ist es nur die Niederbeugung des er-schöpften MutheS, der Aerger, der den Hoffnungsstrahl er-stickt, welcher gern glänzen möchte? Ist eS der Verlustdes Gedächtnisses, der die Ohnmacht der Thräncn zurFolge hat? Oh! mein lieber Freund, wenn es dies ist,wenn Sie nicht mehr weinen können, wenn Sie Ihr er-starrtes Her; für todt halten, wenn Sic nur nochKraft in Gott, nur noch Blicke für den Himmel haben,Freund, dann lassen wir die Worte bei Seite, welchezu eng sind für den Sinn, den ihnen unsere Seelegibt: Marimilian, Sie sind getröstet, klagen Sie nichtmehr,"
„Graf," sprach Morrel mit seiner weichen und zu-gleich festen Stimme, „Graf, hören Sie mich, wie maneinen Mann hört, der den Finger gegen die Erde ausge-streckt und die Augen zum Himmel aufgcschlagen spricht:
Ich bin zu Ihnen gekommen, um in den Armen einesFreundes zu sterben. Allerdings gibt es Menschen, dieich liebe: ich liebe meine Schwester Julie, ich liebe ihrenGatten Emmanuel; aber für mich ist cs Bedürfnis daßman mir starke Arme öffnet, daß man mir in meinenletzten Augenblicken zulächelt; meine Schwester würde inThränen zerfließen und ohnmächtig werden; ich würde sieleiden sehen, und habe selbst genug gelitten; Emmanuelwürde mir die Waffe aus den Händen reißen und das
Haus mit seinem Geschrei erfüllen. Sie, Graf, dessen >
Wort ich habe, Sie, der Sie mehr als ein Mensch sind,
Sic, den ich einen Gott nennen würde, wenn Sienicht sterblich wären, nicht wahr, Sie werden michsanft und zärtlich bis zu den Pforten des Todes ge- !j
leiten?" s
„Freund," entgegnete der Graf, „es bleibt mir z