Druckschrift 
24/27 (1846)
Entstehung
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dahin in mir regten, verdiente den Namen Liebe: mitneun und zwanzig Jahren sah ich Valentine; ich liebe siefolglich seit beinahe zwei Jahren; seit zwei Jahren konnteich alle Tilgenden des Mädchens und der Frag von derHand des Herrn in ihr für meine Augen wie ein Buchgeöffnetes Herz geschrieben lesen. Graf, in Valentinelag für mich ein unendliches, unermeßliches, unbekanntesGlück, ein Glück, zu groß, zu vollständig, zu göttlichfür diese Welt, da mir diese Welt nicht gegeben hat;Graf, damit sage ich Ihnen, daß es ohne Valentine fürmich auf der Welt nur Trostlosigkeit und Verzweif-lung gibt."

Ich hieß Sie hoffen, Morrcl," wiederholte der Graf.

Nehmen Sic sich in Acht, sage ich Ihnen nocheinmal, Sic suchen mich zu überzeugen, und wenn Siemich überzeugen, machen Sie, daß ich den Verstand ver-liere, denn Sie lassen mich glauben, ich könne ValentineWiedersehen."

Der Graf lächelte.

Mein Freund, mein Vater!" rief Morrel in höch-ster Begeisterung,nehmen Sie sich in Acht! nehmenSic sich ln Acht! sage ich Ihnen znm dritten Male, denndie Herrschaft, welche Sie über mich gewinnen, er-schreckt mich; wägen Sic den Sinn ihrer Worte ab,denn meine Augen beleben sich wieder, mein Herz ent-zündet sich wieder, wird wicdergeboren; nehmen Sic sichin Acht, denn Sie lassen mich an übernatürliche Dingeglauben. Ich würde gehorchen, wenn Sie mich den Steinvon dem Grabe, das die Tochter Jairi bedeckt, aufhebenhießen; ich würde auf den Wellen gehen, wen» Siemich mit einem Zeichen der Hand auf den Wellen gehenhieße:,; nehmen Sie sich in Acht, ich würde gehorchen."

Hoffe, mein Freund," wiederholte der Graf.

Ah!" rief Morrel von der ganzen Höhe seiner Be-geisterung in den Abgrund seiner Traurigkeit zurück-fallend;ah! Sie spotten meiner: Sie machen eS wieDer Graf v. Monte Christo. VI. 9