von Eugenie und die Verhaftung von Benedetto erfahren,und wo diese Ereignisse, nachdem sie sich einen Augenblickmit den Empfindungen ihres eigenen Daseins vermischt,allmälig aus ihrem Geiste zu weichen ansingc», nachdemsich Herr von Mllefort, d'Avrignp und Noirtier entfernthatten, während es ein Uhr auf Sai»t-Philippe-du-Roulcschlug und die Wärterin, die den von dem Doctor berei-teten Trank unter die Hand der Kranken gestellt und dieThüre ihres Zimmers geschlossen hatte, zitternd in derGcsindcstube, in welche sie sich begeben, die Eommcntarcder Dienstboten hörte und ihr Gedächtniß mit den trauri-gen Geschichten anfülltc, die seit drei Monate» die Kostender Abenduntcrhaltung im Vorzimmer des Staatsanwaltestrugen, ereignete sich eine seltsame Scene in dem so sorg-fältig geschlossenen Gemach.
Die Wärterin hatte sich seit ungefähr zehn Minutenentfernt. Seit etwa einer Stunde von dem jede Nachtwiederkehrenden Fieber heimgcsucht, ließ Valentine de»gegen ihren Willen unbotmäßigen Kopf die thätige, eigcn-thümliche und unversöhnliche Arbeit des Gehirnes fort-sctzen, das sich in unabläßiger Wiederholung derselbenGedanken oder in Erzeugung derselben Bilder erschöpft.Von dem Dochte der Nachtlampe gingen tausend undaber tausend Strahlen insgesammt mit seltsamen Zeichenaus, als plötzlich Valentine ihre Bibliothek, welche nebendem Kamine in einer Mauerverticfung stand, sich öffnenzu sehen glaubte, ohne daß die Angeln, auf denen siesich zu drehen schien, das geringste Geräusch hervor-brachten.
In jedem andern Augenblick hätte Valentine dieGlocke genommen und um Hülfe gerufen: doch in derLage, in der sie sich befand, erschreckte sie nichts mehr.Sie hatte das Bewußtsein, alle Visionen, die sie um-gaben, wären die Töchter ihres Deliriums, und dieseUeberzeugung kam bei ihr davon her, daß am Morgen