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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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Was indessen ihre eigentliche Bestimmung sei, blieb noch immerein in der Brust des Rover allein vergrabenes Geheimnis;. Nichtblos auf den Zügen seiner Gefangenen, sondern auch auf denenseiner eigenen Leute malten sich abwechselnd die Spuren von Zwei-fel, Bewunderung und Mißtrauen; die ganze lange Nacht hin-durch, die auf den letzten, creiguißreichen, wichtigen Tag folgte,hatte man ihn in brütendem Schweigen auf dem Hüttendeck auf-nnd abwaudeln sehen. Nur dann und wann vernahm man einigeLaute aus seinem Munde; es waren Kvmmandoworte in Beziehungauf die Richtung, die dem Schiffe gegeben werden sollte; ein Wink,dem Niemand Gehorsam zu versagen wagte, reichte hin, um Jedenzu entfernen, der so kühn war, sich, ohne daß der Dienst es er-forderte, seiner Person zu nahen, und sicherte ihm die gewünschteEinsamkeit. Zwar sah man ein- oder zweimal den Knaben Rode-rich ihn dicht umschweben, allein es war so, wie man sich einenum den Gegenstand seiner Sorgfalt weilenden Schuhgeist denkt,und fast dürfte man hinznschen: unsichtbar. Als aber nun, glanz-reich und herrlich, die Sonne dem östlichen Gewässer entstieg,wurde eine Kanone abgefenert, das Zeichen für eines der nahe-scgelnden Küstenschiffe, an die Seite des Delphin hcranznkommen;und nun schien es, daß der Vorhang vor der Schluß-Scene desDrama's aufgezogen werden sollte. Die Mannschaft auf dem tie-feren Deck vor ihm versammelt, und die vorzüglichsten Personenseiner Gefangenen oben bei ihm auf dem Deck, redete der Roverdie erstcren also an:

Jahre lang hat ein gemeinsames Loos uns vereinet. Langegehorchten wir einem und demselben Gesetze. Wenn ich schnellwar in der Bestrafung, so war ich nicht minder bereit, unserenGesehen zu gehorchen. Ihr könnt mich keiner Ungerechtigkeit zeihen.Allein der Bund hat nunmehr seine Endschaft erreicht. Zurücknehme ich mein gegebenes Pfand, zurück gebe ich euch eure ver-pfändete Treue. Ihr zürnt? Ihr stutzt? Ihr murrt? Lasset das!