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„Mein Kind! mein Kind! Sie werden nicht . . . können . . .dürfen nicht einer lang unglücklichen, beraubten Mutter ihr Kindnehmen. — Gebt mir meinen Sohn wieder, meinen edlen Sohn!O, ich will den Himmel mit Gebeten für euch ermüden. Ihr seidtapfer, und könnt nicht taub gegen Gnade sein. Ihr seid Men-schen, habt in dem beständigen Anschanen der Majestät Gottes ge-lebt, ihr werdet eure Angen diesem Beweise seines Willens nichtverschließen. Gebt mir mein Kind, behaltet Alles andere, was ichhabe. Er ist von einem Geschlecht, dessen ruhmreicher Name denMeeren bekannt ist, und kein Seemann bleibt unbewegt von dessenAnsprüchen. Die Wittwe de Lacey's, die Tochter schreit
um Gnade; ihr vereintes Blut fließt in seinen Adern, ihr wolltcs nicht vergießen! Eine Mutter windet sich im Staube vor euchund fleht um Gnade für ihr Kind. O, gebt mir mein Kind! meinKind!»
Als der Klang der flehenden Stimme erstarb, herrschtennngs-umher ein Schweigen, jener hehren Stille ähnlich, welche sich inder Seele des Sünders verbreitet, wenn sie von besseren Gefüh-len ergriffen wird. Zweifelvoll sahen die wilden Freibeuter einan-der an, und selbst in ihren schroffen, starren Zügen offenbarte einZucken das Wirken der nnvertilgbaren Natur. Dennoch hattedie Sehnsucht nach Rache zu tiefe Wurzeln in ihre Gemüther ge-schlagen, als daß ein bloßes Wort dieselbe vernichten konnte, undder Ansgang wäre noch immer zweifelhaft gewesen, wenn nichtplötzlich Einer in ihrer Mitte erschienen wäre, welcher nie einenBefehl gab, der nnbefolgt blieb, und der es verstand, ihre Nei-gungen zu leiten, zu dämmen, oder denselben entgegen zu treten,ganz nach eigenem Gutdünken. Eine halbe Minute lang blickteer um sich her, und verfolgte mit den Angen den im Verhältnißmit seinem Umherschanen immer mehr sich erweiternden Kreis,bis selbst Diejenigen, die am längsten schon gewohnt waren, seinemWillen zu gehorchen, über den außerordentlichen Ausdruck, womit