mit demselben hohen Herrscherton: „Sie sind ein Diener Gottes,und Ihr Amt ist heilige Menschenliebe: Wen» Sie irgend etwashaben, was Ihren Nebenmenschen die letzten Augenblicke versüßenkann, so eilen Sie, es mitzntheilen."
„Womit haben Diese sich vergangen?" fragte der Geistliche,als er endlich zn sprechen vermochte.
„Gleichviel womit; genug, ihre Stunde ist nahe! Wenn Siewünschen, Ihre Stimme in Gebet zu erheben, so fürchten Sie nichts:selbst hier sollen die ungewohnten Töne willkommen sein. Ja, dieseAbtrünnigen, von denen Sie sich so frech umgeben sehen, sollensprachlos ans den Knieen liegen, wie Wesen, deren Seelen von derheiligen Ceremonie gerührt sind. Spötter sollen stumm, Ungläubigeehrfurchtsvoll sein, auf einen bloßen Wink. — Reden Sie frei!"
„Zuchtruthe der Meere!" begann der Geistliche, dessen bleicheZüge die Glut heiliger Begeisterung röthete, „gefühlloser Verletzerder Gesetze der Menschen! frecher Verächter der Gebote deinesGottes! Fürchterliche Wiedervergeltung wird Rache nehmen fürdieß Verbrechen. Ist es nicht genug, daß du an diesem Tage soViele unvorbereitet dem Tode weibtest, daß deine Rachgier mitnoch mehr Blut sich sättigen muß? Zittre ob der Stunde, wenndieß Alles heimgesucht wird, wenn die Allmacht dein eigenesHaupt der Strafe weihen wird."
„Sehen Sie doch!" sagte der Rover, lächelnd zwar, allein miteinem Ausdruck voller Gewissensbisse, trotz der erzwungenen, un-natürlichen Trinmphmicne um seine bebende Lippe; „hier sind dieBeweise von der Art, wie der Himmel das Recht beschützt!"
„Ist auch seine hehre Gerechligkeit eine Zeitlang aus »ner-forschlicher Weisheit verborgen, täusche dich nicht, die Stunde schlägt,da sie mit Majestät erscheinen »nd sich fühlbar machen wird!"Hier erstarb dem Kaplan plötzlich die Stimme; denn sein wanderndesAuge war ans das zürnende Todtcnantlitz Bignalls gefallen, dasvon dem Flaggentnch, welches der Rover mit eigener Hand über die