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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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schiffe hatte unser Abenteurer hinlänglich Muße, über die außeror-dentliche Lage, in welcher er sich jetzt befand, seine Betrachtungenanznstellen. Ein- oder zweimal durchzuckte seine Seele ein Schimmervon Mißtrauen in die Klugheit des Schrittes, den er zu thun im Be-griff war; doch war er nur flüchtig und vorübergehend, denn dieErinnerung an die großartige Gesinnung des Mannes, dem er sich an-vertraute, ließ diese Besorgnis; nicht vorherrschend werden. Ungeach-tet dcrBedenklichkeit scinerLage wurde doch, so wie er dem Fahrzeugedes Rover näher kam, das Interesse am Seewesen immer mächtiger,ein Interesse, das jedem ächten Matrosen so charakteristisch ist, undin seinem Busen selten ganz verstummt. Das vollkommene Eben-maaß der Spieren, das anmnthige Ans- und Niederschweden desganzen Gebäudes, indem es auf den langen, regelmäßigen Wogen,wie sie sich unter Passatwinden zu gestalten pflegen, sich gleich einemSeevogel wiegte, endlich das zierliche, schiefeAnfschießen der schlan-ken Masten, wie sie sich Bahn brachen vorwärts durch dm blauen,von dem künstlich verwickelten Netzwerk der Taue durchschnittenenAether, waren reizende Gegenstände für ein Auge, das ilre Schön-heit nicht blos im Ganzen fühlte, sondern auch die flnordnnngjedes einzelnen Theils dieses schönen Ganzen würdiger konnte.

In der Kenntniß eines Bauwerks, z» dessen Lob sic) Alle ver-einigen, erlangt der Matrose nach und nach einen so feinen, sohöchst ansgebildeten Geschmack, daß man denselben mitdem leben-digen Gefühl vergleichen darf, welches der Künstler sichdnrch lan-ges und strenges Studium der edelsten Denkmäler des llltcrthnmserwirbt. Dieser Geschmack ist es, der ihn Nnvollkvmmeiheite» ent-decken läßt, die jedem weniger geübten Auge entgehen vürden; erist cs, der das Wohlbehagen, welches der Anblick eines Schiffes zurSee zu erregen pflegt, noch dadurch steigert, daß er de» Verstand fähigmacht, Theil an dem Genuß der Sinne zu nehmen. Tiefer mäch-tige, dem Nicht-Matrosen unbegreifliche Zauber bildfl jenes ge-heimnißvolle Band, wodurch der Seemann so innig seinen Fahrzeuge