Druckschrift 
8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
518
Einzelbild herunterladen
 

518

wohl den Bericht hier und da; im Ganzen aber zähmte er seineUngeduld und seine Gefühle auf eine Weise, die merkwürdig genugwar, wenn man das Temperament des Kapitäns in Erwägung zieht.

In der That wunderbar!" rief er, als der Andere geendigthatte;und jammerschade, das; ein so grundehrlicher Kerl ein solcherErzspitzbube ist. Aber, Harry, bei alle Dem können wir ihn dochnicht frei passtren lassen: unsre Unterthanenpflicht, wie unsre Reli-gion oerbieten es. Wir müssen wenden und auf ihn zustencrn; wen»er mit guten Worten nicht zur Vernunft bewogen werden kann, sobleibt kein anderes Mittel, als Zuschlägen, so viel ich davon verstehe."

Ich fürchte, unsre Pflicht läßt uns keine andere Wahl, 'Sir,"ermiederte der junge Mann mit einem tiefen Seufzer.

Auch unsre Religion nicht. Und so ist also der Schwatz-Hans, den er mir an Bord schickte, gar nicht einmal ein Kapitängewesen! Aber doch hat er mich in Hinsicht auf das Aenßere unddas Benehmen eines Mannes von Stande nicht hintergehen können.Ich stehe dafür, es war irgend ein junger Tangenichts ans guterFamilie, sonst könnte er den vornehmen Wüstling nicht so gut ge-spielt haben. Hören Sie, Herr Arche, wir müssen versuchen, seinenNamen geheim zu halten, damit keine Schande auf seine Angehöri-gen falle. Unsere aristokratischen Säulen, wenn sie auch anfange»einige Sprünge und Ritzen zu bekommen, sind denn doch am Endedie Stützen des Throns, und es geziemt uns nicht, gemeine Angenzu deutlich sehen zu lassen, daß sie morsch sind."

Das Individuum, das den Pfeil besuchte, war der Corsar selber."

Ha! der rothc Freibeuter auf meinem Schiff, ja sogarin meiner persönlichen Gegenwart! schrie der alte Theer, mit einerArt heiligen Abscheucs.Es gefällt Ihnen, meine Leichtgläubig-keit znm Besten zu haben, Sir."

Ich müßte tausend Verbindlichkeiten erst ans den Angen sehen,ehe ich so dreist sein könnte. Nehmen Sie meine feierliche Ver-sicherung, Sir, es war kein Anderer."