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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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Ich kann Sie nicht verlassen, Kapitän Heidegger, ohne einWort der Rechtfertigung."

Wie! kann der gehetzte, vogclfreie und vernrtheilte Freibeu-ter noch auf eine Erklärung Anspruch haben! Kann der tugend-same Diener der Krone das Bedürfniß fühlen, seine gute Mei-nung zu besitzen!"

Bedienen Sie sich triumphirender und vorwurfsvoller Aus-drücke, ganz nach Ihrem Belieben, Sir," erwiedcrte der Andere,indem ihm beim Sprechen das Blnt bis an die Schläfe stieg;mich kann jetzt Ihre Rede nicht beleidigen; doch möchte ich Sienicht gern verlassen, ohne einen Thcil des Hasses zu beseitigen,den ich in Ihrem Dafürhalten verdiene."

So sprechen Sie frei. Sie sind mein Gast, Sir."

Obgleich der beißendste Spott den reuigen Wilder nicht tieferhätte verwunden können, als dieß großmüthige Betragen, so be-hielt er seine Gefühle doch genug in der Gewalt, um fortzufahrcn:

Sie erfahren es jetzt gewiß nicht zum ersten Mal, daß das gemeineGerücht Ihren Handlungen und Ihrem Charakter eine Farbe geliehenhabe, die nicht geeignet ist, die Achtung der Menschen zu gewinnen."

Sie werden vielleicht Zeit finden, die Farben noch stärkeraufzutragen," unterbrach ihn rasch sein aufmerksamer Zuhörer, ob-gleich das Bebe» iu seiner Stimme deutlich durchschauen ließ,wie tief er die Wunde fühle, die eine Welt ihm schlug, welcheer zu verachten affektirte.

Wenn Sie überhaupt wollen, daß ich spreck>e, Kapitän Hei-degger, so erwarten Sie von mir nur die Wahrheit. UrtheilenSie selbst, ob es so erstaunlich sei, daß, begeistert für einen Dienst,den Sie selber einst für ehrenvoll hielten, ich mich sollte willigfinden lassen, das Leben zu wagen, ja, die Heuchelei zu ver-schmähen, um eine That zu vollbringen, die, wäre sie gelungen,nicht blos Belohnung, sondern Ruhm verschafft hätte? Solche Ge-fühle beseelten mich, als ich zuerst das Wagniß übernahm; allein,