-L88
uns mit seiner Gesellschaft beehre. Ich pflege meinem Lientenantjeden Morgen eine halbe Stunde zu widmen — wenn er von Adelist, versteht sich."
»Der arme Junge! Gott weiß, wo er in diesem Augenblicksein mag. Der wackere Bursche hat aus freiem Willen einen höchstgefährlichen Dienst übernommen, und ich weiß von seinem Erfolgnicht eine Sylbe mehr, als Sie. Nichts wollte helfen, weder Gegen-vorstellungen noch Bitten. Der Admiral brauchte sehr dringendein passendes Subjekt, und das Wohl der Nation forderte daskühne Unternehmen, und dann wissen Sie ja, daß Leute von nied-riger Geburt sich in ganz anderem Fahrwasser, als dem zu St.James, ihre Beförderung erwerben müssen; denn der tapfere Jungeverdankt sogar seinen Namen, der Ihnen so sonderbar vvrznkommenscheint, einem Schiff-Wrack, wo er als Kind gefunden wurde."
„Und doch ist er in Ihrer Schlachtrolle noch als erster Lieute-nant mitanfgeführt?"
„Und wird's hoffentlich bleiben, bis er, wie er es so wohlverdient, ein eigenes Kommando bekommt. — Aber gütiger Himmel,ist Ihnen unwohl, Kapitän Howard? Knabe, he, ein Glas Grog!"
„Ich danke Ihnen, Sir," erwiederte ruhig lächelnd der Rover,indem er das angebotene Getränk ablehnte. Das Blut strömtejetzt in sein Gesicht zurück, mit einer Heftigkeit, welche drohte,die Adern zu durchbrechen. — Es ist weiter nichts als ein Uebel,das ich von meiner Mutter erbte. Wir nennen es in der Familie:das Elfenbein der DeVeres "), was, so viel ich darüber erfahrenkonnte, keinen andern Grund hat, als daß eine meiner weiblichenAhnen, in gewissen Umständen, durch einen Elephantenzahn garsehr erschreckt wurde. Man sagt, es gebe uns ein liebenswürdi-ges Aussehen, so lange es anhält."
„Es gibt Einem das Aussehen, als gehöre man mehr in die
') De Vere ist der Familienname der englischen Herzöge von St. Albans, diemit den Howards durch viele Zwischenheirathen in naher Verwandtschast stehen.
D. Ilebers.