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„Sie werden doch nicht so tollkühn sein, diese Gefahr zu laufen!"
„Wenn Sie für Ihre Person etwas befürchten, so kann ich auchallein gehen."
„Befürchten!" gab der Jüngling mit erglühender Wange undblitzendem Auge zurück, „nicht Fnrcht, Kapitän Heidegger, sondernKlugheit räth mir, mich nicht zu zeigen. Meine Gegenwart würdedas Geschäft dieses Schiffes verrathen. Sie scheinen zu vergessen,daß in jenem Kreuzer Niemand ist, der mich nicht kennt."
„In der That, diesen Theil des Drama's hatte ich ganz außerAcht gelassen. Wohlan, so bleiben Sie, und lassen Sie mich alleinmit Sr. Majestät Kapitän die Komödie spielen."
Ohne eine Antwort abzuwarten, ging er voran, und winkteseinem Lieutenant, ihm hinab zu folgen. Wenige Augenblicke reich-ten hin, seine blonden, goldenen Locken, die seinem Gesichte einso jugendliches, munteres Aussehen gaben, in Ordnung zu brin-gen. Das phantastische Ncgligöhabit, das er gewöhnlich trug,wurde nun erseht durch einen, seinem angenommenen Range undAmte entsprechenden Anzug, der seiner Person auf das sorgfältigstefast mit einer stutzerhaften Aufmerksamkeit auf das in der Thatschöne Ebenmaaß seiner Gestalt angepaßt war. Alles Uebrige, waszu der Maske gehörte, die ihm auznnehmen beliebte, war eben sorasch beendigt, so daß man nothwendig auf den Gedanken kam,dergleichen Vermnmmnngeisspflegten nichts Seltenes bei ihm zu sein.Kaum war diese Veränderung in seinem Aeußern bewirkt, so schickteer sich auch zur Ausführung seines Vorhabens an.
„Es sind schon viel sicherere und schärfere Angen getäuschtworden," bemerkte er gelassen, indem er sich beim Sprechen vomSpiegel weg zu seinem Lieutenant wendete, „als die, welche dasGesicht des Kapitäns Bignall zieren."
„Sie kennen ihn also?"
„Herr Wilder, mein Treiben bringt es mit sich, daß ich Mancheswissen muß, was Andere nicht wissen. Ha, ha, ich sehe es IhnenDer rothe Seeräuber. 31