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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
434
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gnädige Frau, so war er Ihnen so miserabel, daß cs nicht wenigMuhe kostete, bis er einen Tropfen Wein und Wasser schluckenlernte, was der liebe Gott uns übrig gelassen hatte, damit, wie ichseitdem steif und fest glaube, der Junge einmal der Stolz des Oceanswerden möchte, was er denn in diesem Augenblick auch wirklich ist."

Aber die Mutter?"

Die Mutter! Die hatte den einzigen Bissen Zwieback, densie noch hatte, dem Kinde gegeben, und starb, damit der Kieck-in-die-Welt am Leben bliebe. Ich habe niemals ganz klug daraus werdenkönnen, gnädige Frau, wie ein Weib, das doch, wenn's ans Stärkeankommt, nicht viel besser ist, wie ein Lascar, und wenn cs Mnthgilt, nicht besser, wie ein verhätscheltes Muttersöhnchen, bei dergleichenGelegenheiten im Stande sein kan», so ruhig das Leben fahren zulassen, wo doch mancher rüstige Seemann um jeden Mundvoll Luft,welchen der liebe Gott ans Gnaden schenkt, bis auf's Blut fechtenwürde. Aber da saß sie, weiß wie das Segeltuch, das der Sturmzerzauste und alle Glieder hangen lassend, wie eine Flagge in einerWindstille, den abgemagerten, schwachen Arm um das Kind ge-schlungen, und in der Hand den einzigen Bissen, der ihr die Seelenoch eine Weile im Leibe^hätte halten können."

Womit war sie beschäftigt, als Ihr sie heraus an das Tages-licht gebracht?"

Womit sie beschäftigt war!" wiederholte Fid, dessen Stimmehier rauh und heiser wurde,ei nun, es war ein verzweifelt ehr-liches Stück Beschäftigung; sie gab dem Knaben die Krnmc, undwinkte, so gut wie es eine Frau in den letzten Zügen vermochte,daß wir ein Auge auf ihn haben möchten... bis die Fahrt desLebens vorüber war."

Und das war Alles?"

Ich habe immer geglaubt, daß sie noch betete; denn etwasmuß zwischen ihr und Einem, der nicht zu sehen war, vorgegangensei», nach der Manier zn nrtheilen, wie ihre Angen aufwärts