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Macht, welche erbesaß, viel mehr einen zauberischen als despotischenCharakter verlieh, warfer sich ans den Divan nnd lauschte der Musik.
Die Klänge, welche jetzt durch die Nacht tönten, und sauftund melodisch über die Wellen dahinglitten, wurden in Wahrheitweit schulgerechteren Künstlern Ehre gemacht haben. Schwärme-risch wild und melancholisch war die Weise, und vielleicht um somehr im Einklang mit der augenblicklichen Laune des Mannes,für dessen Ohr sie gespielt ward. — Darauf, dem aufregendenCharakter entsagend, conceutrirte sich die ganze Gewalt der Instru-mente in sanftere und weichere Klänge, und der Genius, der dieMelodie erzeugt hatte, schien darin seine innersten und erhaben-sten Gefühle erschließen zu wollen. Die Gemnthsstimmnug desRover entsprach dem wechselnden Ausdruck der Musik; ja, alsdie Klänge den höchsten Grad von Rührung ausdrücktcn, ließ erdas Haupt sinken wie ein Weinender.
Mistreß Wyllys und ihre Schülerin, obgleich selbst von derMusik ergriffen, konnten den Blick von dem so eigenthümlich ge-schaffenen Wesen, in dessen Hände ihr böser Stern sie geführthatte, nicht abwenden. Bewunderung über den furchtbaren Ge-gensatz von Leidenschaften, die sich unter so verschiedenen und sogefährlichen Gestalten in einem und demselben Menschen offen-baren konnten, erfüllte die Erstere, während Gertraud mit der,ihren Jahren eigenen Nachsicht und Theilnahmc nrtheilend, demGlauben Raum gab, daß ein Mensch, dessen bessere Gefühle soleicht in's Leben gerufen werden konnten, wohl das Opfer derVerhältnisse, aber nicht der Schöpfer seines unglücklichen Schick-sals sein könne.
Als der letzte Akkord dem Ohre verklungen war, sagte derRover: „Italien athmet in diesen Tönen, das süße, träge, üppige,leichtsinnige Italien! Ist es Ihnen je zu Theil worden, Madame,jenes Land zu sehen, dessen Erinnerungen eben so groß sind, alsseine jetzige Lage ohnmächtig?"