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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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dick fragen, antworte mir: Wo wärest du, als ick dieErde gründete: Sage mir's, wenn du klug bist?"

Er blickte lange und stumm das hochcrröthcte Antlitz der Spre-cherin an. Dann wendete er das Gesicht unwillkürlich seitwärtsund brach in die Worte ans, die offenbar mehr ein Lantwerdenseiner Gedanken, als eine Fortsetzung des Gespräches waren:

Habe ich doch dies; Alles schon so oft gehört, und dennochweht es jetzt meine Gefühle mit der Frische hcimathlichcr Lüftean!" Hier erhob er sich, trat ans seine ruhige, würdevolle Gesell-schafterin zu, und sagte halb flüsternd:Dame, sprich jene Wortenoch einmal, verändere keine Sylbe daran, und laß in Allem dieBetonung der Stimme dieselbe sein, ich bitte dich."

Verwundert und innerlich erschrocken über dieß Gesuch, ge-währte es Mistreß Wyllys, indem sie die geheiligte Sprache dergotterfüklten Propheten mit einem Fener wiedergab, das seineNahrung und Gewalt ans ihrem innersten Gefühle zog. IhrZuhörer lauschte wie ein verzücktes Wesen. Fast eine Minutestand er vor den Füßen Derjenigen, die so eindringlich für dieMajestät Gottes gesprochen hatte, regungslos in Haltung undBlick, wie der Mast hinter ihm.

Ja, das heißt mit einem einzigen großen Schritte wiederzum Pfad des Lebens znrückkchren," sagte er, und ließ seine Handans die seiner Gesellschafterin fallen.Ich weiß es nicht, warumein Puls, der sonst Zeit hält wie ein Hammer, jetzt so wild undunregelmäßig schlägt. O Dame, diese kleine, schwache Handwäre stark genug, ein Gemüth zu leiten, welches so oft schonTrotz geboten der Gewalt von . . . ."

Plötzlich hielt er inne; den» als sein Auge bewußtlos derRichtung seiner Hand folgte, fiel es ans die zarte, aber nicht mehrjugendliche Hand der Erzieherin, und mit einem tiefen Seufzer,gleichsam als erwache er von einer angenehmen, aber vollkom-menen Täuschung, wendete er sich weg und ließ seine Rede unvollendet.